Fangen wir mal ganz von vorne an. Ganz einfach gesagt hat alles schon vor ein paar Monaten angefangen – und zwar ganz klassisch für unsere heutige digitale Zeit.
Ein Reel wurde mir in den Algorithmus gespült.
Ein Creator, dem ich nicht folge und den ich auch sonst nicht kannte.
Mein erster Gedanke: Dauerwerbesendung.
Wahrscheinlich einfach das nächste „lebensverlängernde“ Coaching, DER neue Tipp, DIE neue Idee … bla bla bla.
The classic course in discovering and recovering your creative self- Julia Cameron (The author)
Aber irgendwie hat mich etwas an dem Video neugierig gemacht.
Also bin ich drangeblieben und habe mir angehört, was der Creator zu erzählen hatte.
Im Endeffekt stellte das Video kurz diesen Kurs (um den es hier geht) vor – und das überraschenderweise mit einem gewissen Anteil an Authentizität.
Er sprach nicht von seiner eigenen Erfahrung, sondern von der dokumentierten Erfahrung mit dem Buch einer heutzutage sehr bekannten Grammy-Gewinnerin: Doechii.
Noch spezifischer verwies er auf eine Reihe von Videos, die auf dem YouTube-Kanal der Künstlerin zu finden sind, in denen sie ihren Werdegang mit dem Kurs dokumentiert hat – und das bereits vor knapp 10 Jahren.
Kurzer Faktcheck – und siehe da:
Alle Videos waren da.
Play.
Schon nach dem dritten Video war ich überzeugt.
Zwei Wochen später lag die Ausgabe vor mir.
In der Originalsprache Englisch.
Die ersten Seiten schienen direkt zu mir zu sprechen, und kleine Index-Haftnotizzettel markierten fast auf jeder Seite einen Satz oder Abschnitt, mit dem ich mich identifizieren konnte.
Für das kommende Check-up zu Woche 1 und ein genereller Einblick in das Wesen des Kurses hier ein kleiner Einblick in den Worten der Autorin.
„Jedes Kapitel enthält Texte, Übungen, Aufgaben und ein wöchentliches Check-in.
[…]
Die wöchentlichen Übungen spielen eine entscheidende Rolle.
Gleiches gilt für die Morgenseiten und den Künstlertreff.“— Julia Cameron, Der Weg des Künstlers (Knaur Verlag, München, 2019), S. 4
Woche 1
In den Unterlagen meines Papas finde ich ein ungenutztes schwarzes Notizbuch:
Kompagnon von Brunnen.
Schwarzer Einband, Gummizug als Verschluss und Gummilasche als Stifthalter. Kariert. Um eine Routine für das Schreiben zu entwickeln, habe ich mir einen ganz bestimmten Stift auserkoren:
Meinen uralten Tintenroller, geschenkt von meiner besten Schulfreundin.
Der Start für den Kurs ist gelegt.
Das Kompagnon-Notizbuch als Journal und das Buch als Kursguide – so beginnt man mit den Morning Pages.
Also: Tagebuchschreiben am Morgen.
Drei Seiten, jeden Tag.
Wochenweise mit spezifischen Themen, über die man in diesen Seiten meditieren soll.
Da Tagebuchschreiben noch nie meine Stärke war und schon viele angefangene Bücher ihr staubiges Ende in meinem Schrank gefunden haben, war ich mehr als gespannt, wie ich dieses Mal damit umgehen würde.
Die ersten Tage füllte ich die Seiten vor allem mit Füllmüll – Hauptsache, die drei Seiten waren voll.
Aber langsam und mit Hilfe der Aufgaben für Woche 1 konnte ich diese morgendliche Schreibroutine immer besser für mich nutzen. Zum Ende der Woche habe ich mich schon richtig darauf gefreut, mich mit meinem Journal hinzusetzen.

Der zweite wichtige Baustein des Kurses neben den Morning Pages ist das Artist Date.
Eine Stunde pro Woche, in der man etwas ganz alleine macht.
Tatsächlich ein Date mit sich selbst – ins Museum gehen, im Bastelladen stöbern, einfach drauflos malen etc.
Mein Date dieser Woche:
Coffee-Work Date mit mir selber.
In der Bäckerei meines Vetrauens ungestört schreiben. Mit Cappuccino und Rosinen-Reihweck.
Wie schon erwähnt, beinhaltet der Kurs wöchentliche Aufgaben.
Die Aufgaben für Woche 1, zwar nicht allzu aufwändig, habe ich allerdings erst innerhalb eines Monats erledigen können – anstatt der vorgesehenen sieben Tage.
Man könnte jetzt sagen, das sei nicht ganz im Sinne des Kurses.
Aber ich finde, man kennt sich selbst am besten und sollte sich die Zeit so einteilen, wie es ins Alltagsleben passt.
Ich habe mir also den Luxus genommen, die „Woche“ eher als Orientierung denn als ultimative Deadline zu betrachten.

Mit dem Kurs möchte ich mir einen Rückzugsort schaffen. Also erlaube ich mir auch, die Zeit zu nehmen, die ich brauche – ohne zusätzlichen Stress.
Wie kurz erwähnt, möchte ich aus diesem Prozess eine kleine Serie auf dieser Website machen.
Den Prozess dokumentieren, so wie Doechii es mit ihren Vlogs getan hat.
Für euch – und natürlich auch für mich selbst.
Ob die Artikel nun wie die Deutsche Bahn (damals) immer pünktlich zur gleichen Zeit erscheinen, sei dahingestellt.
Den groben Zeitplan des Kurses einzuhalten, steht für mich zwar hoch im Kurs, aber ich möchte den Prozess in vollen Zügen erleben.
Das heißt: Wenn es mal etwas länger dauert, bedeutet das nicht, dass ich das Projekt aufgegeben habe.
Nächste Woche allerdings kommt ganz pünktlich der Bericht zu Woche 2 – das kann ich euch schon verraten.
Habt eine wundervolle Woche,
bis bald,
Pia
